Zahnimplantate - Designs

Die Bedeutung des Zahnimplantate-Designs

Zahnimplantate-Aufbau

Das Zahnimplantat Design ist für die Verankerung des Zahnimplantates im Knochen von großer Bedeutung. Das Zahnimplantat-Material ist bei den meisten praxisreifen Zahnimplantaten Titan, da es besonders gewebefreundlich, biokompatibel, ist und mit dem Knochen einen sicheren Verbund eingeht. Das Zahnimplantat besteht aus dem Implantatkörper, der zylindrisch geformt in den Knochen eingebracht wird, und den Aufbauteilen, mit deren Hilfe Kronen, Brücken oder Haltestrukturen für Prothesen befestigt werden (Abb. 1).

 

Abb. 1 Schematischer Aufbau der Implantatkomponenten

 

Makro- und Mikrodesign

Zahnimplantat_aus_Titan_mit_Plasmabeschichtung-1

Zahnimplantate_Design_2-1

Grundsätzlich wird beim Design zwischen Makro- und Mikrodesign unterschieden. Das Makrodesign beschreibt die äußere Form und die mit bloßem Auge erkennbare Oberfläche des Implantates. Die Außenflächen der Implantate sind mit makroskopischen Retentionen, meist Schraubengängen versehen (Abb. 2), über die sie ihren Halt im Knochen finden.Es können aber auch Löcher bzw. Perforationen oder Flügel am Implantatzylinder für das Um- oder Einwachsen des Knochens genutzt werden (Abb. 3).

Abb. 2:Typische zusammengesetzte Zahnimplantate mit verschiedenen Oberflächenbeschichtungen

 

 

Abb. 3: Makrodesign eines Titanimplantates

Zahnimplantate_TitanoberflaecheDiese Retentionen bewirken zunächst den rein mechanischen Halt des Implantates. Im weiteren Verlauf der Heilung vollzieht sich die so genannte Osseointegration, wodurch das Zahnimplantat absolut fest in den Alveolarknochen einheilt. Dieser Vorgang spielt sich im mikroskopischen Bereich ab und liefert die eigentliche Verankerung des Implantates. Für die Osseointegration ist das Mikrodesign verantwortlich. Es handelt sich dabei um spezielle Oberflächenbehandlungen im mikroskopischen Bereich, die von den Herstellerfirmen teils auch geheim gehalten werden, da durch die jeweilige Beschaffenheit die Osteozyten besonders gut anheilen sollen (Abb. 4)

 

Abb. 4: Titanimplantatoberfläche mit Knochenapposition als Zeichen der Osseointegration

 

Design-Oberflächen bei Titan-Zahnimplantaten

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch bei der Oberflächenkonditionierung um Ätzverfahren, Sandstrahlen, mikroskopisches Aufrauen mit Sprayverfahren durch die die Oberfläche vergrößert wird oder um Kombinationen derselben (Abb. 5).

Zahnimplantate_Mikrodesign

Zahnimplantate_Design_einteilig-1

Weiterhin muss zwischen einteiligen und zusammengesetzten Implantaten unterschieden werden. In dem meisten Fällen handelt es sich bei einteiligen Implantaten um Durchmesser-reduzierte Implantatformen. Der Durchmesser liegt dabei unter den Standardgrößen die in der Regel bei über 3mm-Durchmesser anfangen, ab dem eine belastbare Innenverbindung (Aufbau und Implantat getrennt) möglich wird. Bei Miniimplantaten handelt es sich also aus Stabilitätsgründen um einteilige Zahnimplantate, bei denen das Halteelement für die Prothese schon in Form eines Kugelkopfankers integriert ist Abb. 6).

 

 

Abb. 5: Mikrodesign der Oberfläche eines Titanimplantates mit Plasma-flame Beschichtung

Abb. 6: Einteiliges Titanimplantat mit Kugelkopfanker

 

Zahnimplantate_InterimInsbesondere bei der Fixierung von Vollprothesen zeigen sie sehr gute Resultate. Der Eingriff ist gegenüber Implantaten mit größeren Durchmessern deutlich geringer. Ein anderes Einsatzgebiet für einteilige Miniimplantate sind die provisorische Fixierung von Prothesen und Brücken als Interimsimplantate. Die Implantatoberflächen sind bei diesen Indikationen aber auf einen nur kurzzeitigen Verbleib ausgelegt (Abb. 7).

 

 

 

 

 

Abb. 7: Interimsimplantat


Keramik-Zahnimplantate Designs (Zirkoniumoxid-Keramik)

Zahnimplantate_ZirkonoxidNachdem Keramik-Zahnimplantate seit Ende der 80er Jahre wegen ungünstiger Materialeigenschaften nicht mehr zum Einsatz kamen, erleben diese seit kurzem wieder eine Renaissance. Diese Keramik-Zahnimplantate bestehen aus hochfester Zirkoniumoxid Keramik, welche extrem bruchstabil ist. Bei diesen Implantaten handelt es sich derzeit auch noch um einteilige Implantate, die in der Mundhöhle nach dem Inserieren wie ein Zahnstumpf beschliffen werden müssen (Abb. 8).

 

Abb. 8: Zirkonoxidimplantat

Das Zirkon Zahnimplantat ist nach bisheriger Erfahrung biologisch bestens verträglich. Es hat auch den Vorteil, der natürlichen Zahnfarbe deutlich näher zu kommen (weiß statt grau), was bei ästhetischen Versorgungen von Vorteil sein kann, insbesondere wenn das bedeckende Zahnfleisch extrem dünn ist. Dem stehen allerdings auch Nachteile gegenüber, diese bestehen neben dem o.g. Beschleifen hauptsächlich in einer längeren Einheilzeit und der Tatsache, dass sie nach dem Einsetzen für die belastungsfreie Einheilung durch eine Schiene geschützt werden müssen. Auch werden wegen des extrem harten Materials gewisse Einheilungsschwierigkeiten bzw. geringere Erfolgsquoten diskutiert.