Kieferchirurgie und Gesichtschirurgie

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Kieferchirurgische Gemeinschaftspraxis
Stresemannstraße 7
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Knochenersatzmaterial

Knochenersatzmaterial bei Knochenverlust

In der Implantologie ist Knochenmangel eine immer wiederkehrende Situation, so dass überlegt werden muss, wie der fehlende Knochen ersetzt werden kann. Ein dentales enossales Implantat bedarf einer ausreichenden knöchernen Einfassung, damit die Kaukräfte Glossary Link physiologisch in den Kieferknochen eingeleitet werden können und die so genannte 'Osseointegration' ermöglicht wird. Der 'Gold Standard' zum Ausgleich von Knochendefekten besteht in dem Einsatz von körpereigenem Knochen. Die Gewinnung von eigenem (=autologem) Knochen beinhaltet aber immer einen Zweiteingriff, der den Patienten - in welcher Weise auch immer - belasten kann. Vor diesem Hintergrund hat die Industrie Abhilfe durch künstliches Knochenersatzmaterial geschaffen, welches absolut verträglich, steril und in verschiedenen Darreichungsformen jederzeit einsetzbar ist.

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Individuelle Lösungen mit Knochenersatzmaterial je nach Situation

Knochenersatzmaterial-1 Das Angebot ist sehr variationsreich und erstreckt sich von verschiedenen Korngrößen und Oberflächen über schwammartige, meist leicht verformbare Würfel- und Kegelvarianten bis hin zu pastenförmigen Materialien, die in nanokristalliner Struktur angeboten werden.
Knochenersatzmaterial in verschiedenen Korngrößen und Oberflächen
Knochenersatzmaterial-2 Bei dieser Anwendung verspricht man sich wegen der kleinen Partikel eine besonders schnelle und Ab-, Um- und Einbauphase des Materials.
Leicht verformbares Knochenersatzmaterial in Würfelform
Knochenersatzmaterial-3 Die Herkunft derartiger künstlicher Knochenersatzmaterialien ist unterschiedlich. Einerseits stammen sie von organischen Grundsubstanzen (z.B. Algengerüste, Rinderknochen) ab, werden denaturiert, damit sie ihre antigenen Eigenschaften verlieren und andererseits werden sie gleich aus anorganischen Substanzen gewonnen.
Denaturierte Algen als Grundsubstanz

Passive und aktive Substanzen

Es handelt sich dabei hauptsächlich um ß-Trikalziumphosphat, Tetracalciumphosphatkeramik, Hydroxylapatit, Biogläser und Kombinationen derselben. Derartige Materialien werden passive Matrixsubstanzen oder osteokonduktive Knochenersatzmaterialien genannt. Hier hat das Material die Funktion eines Platzhalters oder einer Gerüstfunktion und das Ergebnis hängt von der Beschaffenheit des Lagergewebes bzw. der Qualität des umgebenden Knochens ab.
Osteoinduktive Knochenersatzmaterialien enthalten BMPs (bone morphogenetic proteins) und sind damit in der Lage aus den mesenchymalen Stammzellen des Patienten selbst Knochen zu bilden. Sie ermöglichen so eine schnelle Regeneration, auch z.B. in Kombination mit künstlichem Knochen.

Knochenersatzmaterial bei Volumenmangel und nach Extraktion

Somit ergeben sich für die Knochenersatzmaterialien verschiedene Indikationen:

Knochenersatzmaterial_4a Am häufigsten wird es sicher dann eingesetzt, wenn ein Volumenmangel vorliegt und es in einem bestimmten Mischungsverhältnis mit körpereigenem Knochen verwendet wird, wodurch gleichzeitig eine bessere Formstabilität erreicht werden kann (siehe auch Sinusbodenelevation bzw. Glossary Link Sinuslift). Eine weitere sehr hilfreiche Anwendung finden diese Materialien nach einer Extraktion, wenn nachfolgend eine Implantation geplant ist. In solchen Situationen bietet es sich an, die Extraktionsalveole mit künstlichem Knochen aufzufüllen, damit der Knochen während der Ausheilung nicht übermäßig schrumpft und so ein gutes Lager für die spätere Implantation zur Verfügung steht.
Extraktionsalveole aufgefüllt mit einem Gemisch aus künstlichem und autologem Knochen
Knochenersatzmaterial-4b Weiterhin bietet es sich an, kleine Knochendefekte, wie z.B. Fenestrationsdefekte über einem Implantat mit einem derartigen Material aufzufüllen, welches nachfolgend durch den ortsständigen Knochen abgebaut und ersetzt wird. Auch nach Glossary Link Parodontitis und Glossary Link Periimplantitis, bei denen Knochendefekte entstanden sind, werden die Knochenersatzmaterialien unter Zuhilfenahme einer schützenden Membran, eingesetzt.

Die Membran übernimmt in derartigen Fällen, aber auch bei anderen Indikationen, eine Barrierefunktion, so dass der von den Seiten her regenerierende Knochen vor der granulierenden Weichteilnarbe geschützt wird.

Dazugehöriges Röntgenbild

Die Risiken und Grenzen des Knochenersatzmaterials

So verlockend der Einsatz von Knochenersatzmaterialen auch sein mag, ist dennoch immer daran zu denken, dass diese Stoffe zunächst nicht mit Blutgefäßen versorgt sind. Bildet sich in einem derartigen Material einen Infekt aus, ist der Fortbestand des Materials in Frage gestellt und muss oft entfernt werden. Körpereigene Abwehrstoffe oder evtl. auch ein Antibiotikum können wegen der fehlenden Durchblutung die Entzündung nicht erreichen. Bei der Nutzung derartiger, sicher sehr vorteilhafter, Substanzen ist es darum sinnvoll eine gute Einheilung abzuwarten.

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